Ein Hindernis auf dem Weg

Sie fahren mit dem Auto über die Autobahn, bis Sie plötzlich ein riesiges Loch in der Straße sehen – Weiterfahren unmöglich. Verärgert halten Sie das Auto an und rufen das Straßenmanagement an. Nachdem das Telefon mehrmals geklingelt hat, nimmt eine freundliche Rezeptionistin den Hörer ab. Sie hört geduldig Ihre Geschichte und verspricht, dass jemand so schnell wie möglich auf zur Hilfe kommt. Die Verbindung wird unterbrochen.

Geduldig warten Sie auf den Handwerker. Und ja, innerhalb nur weniger Sekunden trifft er ein. Er stürzt hinaus, greift nach seinem Werkzeug und beginnt, das Loch zu reparieren, während Sie zusehen. Sobald das Loch repariert ist, setzen Sie stolz darauf Ihre Reise fort. Es gab keine (schweren) Unfälle. Niemand fuhr in das Loch, flog aus der Kurve oder musste ausweichen. Die Konsequenzen hätten dramatisch sein können. So aber fahren Sie weiter und achten darauf, ob Sie auf weitere Abweichungen auf der Straße stoßen.

Der Signalgeber in unserem Körper

Diese Situation ist eigentlich eine vereinfachte Darstellung dessen, was das Endocannabinoid-System in unserem Körper bewirkt. Sie sind in diesem Beispiel das Endocannabinoid-System; der Signalgeber bezüglich des Lochs in der Straße. In diesem Fall ist die Straße unser Körper auf zellulärer Ebene, und der Wachtposten am Straßenrand ist unser Gehirn – die Dachorganisation, die alles im Blick hat und lenkt. Da Sie – das Endocannabinoid-System – ein Signal geben, kann das Loch repariert werden. Das Loch in unserem Körper kann alles sein; etwas, das kaputt ist oder nicht dorthin gehört. Dieses System überwacht bestimmte Vorgänge im Körper wie Schmerzen, Gedanken, Entzündungen, das Immunsystem und die Zellregulation.

Das Endocannabinoid-System repariert keine Defekte selbst, sondern gibt ein Signal an das Gehirn. Auf diese Weise können benötigte Substanzen und Hilfsstoffe rechtzeitig bei der defekten Stelle eintreffen. Bevor der Schaden zu groß ist, um vom Körper selbst behoben zu werden. Die Prüfung auf mögliche Mängel erfolgt ziemlich genau, bis hinab auf die Zellebene.

receptoren-cb1-cb2

Wie funktioniert das Endocannabinoid-System?

Das Endocannabinoidsystem besteht aus Endocannabinoiden. Endo bedeutet körpereigen; Das System besteht aus körperspezifischen Signalsubstanzen (Neurotransmittern), die mit zwei Rezeptoren - CB1 und CB2 - in unserem Körper verbunden sind. Wichtige Endocannabinoide sind Anandamid und Serotonin.

‘Schlüssel ins Loch’-Prinzip

Unser Körper besteht aus Zellen. Diese Zellen haben ein Innen und Außen. Die Zellmembran trennt das Innere von außen. Rezeptoren sind Proteine ​​in der Zellmembran, an die sich spezifische Moleküle binden können. Ein bekannter Vergleich ist das Schlüsselprinzip. Die Signalmoleküle (Schlüssel) passen auf eine Reihe von Rezeptoren (Schlüssellöcher).

endocannabinoiden-systeem-sleutel-slot

CB1- und CB2-Rezeptoren

Da sich die Signalmoleküle (Schlüssel) an einen Rezeptor (die Schlüssellöcher) binden, kann der Rezeptor eine zelluläre Antwort auslösen. Informationen werden von einer Zelle zur anderen Zelle weitergeleitet.

In unserem Körper gibt es zwei Arten von Rezeptoren, an die sich die Endocannabinoide des Endocannabinoidsystems binden:

  • CB1-Rezeptoren. Diese treten hauptsächlich in unserem zentralen Nervensystem und einer Reihe von Organen auf. Denken Sie z.B. an Schmerzen, Übelkeit, Gedächtnis, Feinmotorik usw.
  • CB2-Rezeptoren. Diese kommen hauptsächlich in den Zellen unseres Immunsystems und in den peripheren Organen vor.

receptoren-cb1-cb2-schema

CBD und THC

Die bekanntesten Substanzen, die sich an die CB1- und CB2-Rezeptoren binden, sind THC und CBD. Dies sind die gleichen Substanzen, die in den Cannabis- und Hanfpflanzen vorkommen. Beachten Sie, dass beide einen unterschiedlichen Effekt haben. Von THC werden Sie stoned oder high, wohingegen dies bei CBD nicht der Fall ist. CBD reduziert tatsächlich sogar die psychoaktiven Wirkungen von THC.

Jeder hat‘s

Ein faszinierendes System, dieses Endocannabinoid-System. Jedes Lebewesen – Säugetiere, Vögel, Fische, bestimmte Weichtiere, Menschen – hat ein solches System in seinem Körper. Und obwohl wir alle es in uns haben, wissen wir erst seit Kurzem kurz von seiner Existenz.

Erst 1992 entdeckt

1988 entdeckten die Wissenschaftler Allyn Howlet und William Devane den ersten Cannabinoid-Rezeptor im Gehirn einer Ratte. Nach langer anschließender Forschung stellte sich heraus, dass wir Menschen Anfang der 90er Jahre ein ganzes Netzwerk von Cannabinoid-Rezeptoren in unserem Körper haben: das Endocannabinoid-System. Daher ist das Wissen über dieses System immer noch frisch und unvollständig, so dass es zu seinem Funktionieren noch viel zu erforschen gibt.